Kindermund

Gespräche über das Sterben

„Ich muss zum Friedhof, das Grab von der Uroma gießen.“
„Mama, ist die Uroma auch vergraben?“
„Ja, die Uroma ist auch begraben.“
„Kann ich sie wieder ausbuddeln?“
Und: „Die Uroma hat bestimmt in die Steckdose gefasst und dann ist sie gestorben.“
„Nein, die Uroma war schon sehr alt und ist deswegen gestorben.“

Stille.

„Ich bin doch noch neu, oder, Mama?!“

Wie erkläre ich dieses schwierige Thema meinem Kind, ohne ihm Angst zu machen? Wie sage ich ihm, dass es auch irgendwann einmal sterben muss? Wenn ich doch selber auch Angst vor dem Tod habe. Oder vielmehr: Angst davor, meine Kinder auf diesem Planeten alleine zu lassen.

Wie Worte für etwas finden, das nicht zu verstehen ist?

Ich will meinen Kindern die ganze Welt zeigen, alle ihre Fragen beantworten, auch die nicht so schönen. Die traurigen. Am liebsten will ich sie in solchen Momenten in den Arm nehmen. Sie beschützen. Vor der Welt, vor den Erfahrungen, die sie vielleicht noch machen müssen. Sie sind so zart, so zerbrechlich, so unschuldig. So weise. So hell. Und das Leben hat doch so viele dunkle Momente.

Ich hoffe, ich darf immer Licht für meine Kinder sein.

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